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Offener Grenzverlauf | Martin Walde und Jens Asthoff |
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Ein Gespräch zwischen Martin Walde und Jens Asthoff |
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Begriffe: |
Mir scheint, daß deine Arbeit durch eine charakteristische Art von Offenheit
geprägt ist. Oft etablierst du Werke als Gratwanderung
zwischen Auflösung und Selbsterhalt einer
Form, fast nie sind sie in skulpturalem Sinne statisch,
eher Handlungsfelder, vielleicht Bühnensituationen.
Kannst du dem zustimmen, und wie
würdest du diese Offenheit dann näher beschreiben?
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Der Duft der verblühenden Alpenrose |
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Enactments |
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Loosing Control |
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Wormcomplex |
Ich bin mir da jetzt nicht sicher. Denn es geht mir
schon darum, eine präzise Situation zu schaffen. Und
insofern kann es auch nicht offen bleiben. Ein gutes
Beispiel dafür ist die Installation von Das Parfüm –
Der Duft der verblühenden Alpenrose in der
Villa Arson, Nizza. Bei der Arbeit ging es um Gerüche,
die ja zu starken Trägern für Sehnsüchte, Erinnerungen
und Bilder werden können. Dabei haben sie so
etwas Ungreifbares, kaum Präzisierbares. Mein Großvater
hatte von einem Parfüm geträumt, das dem
Duft der Alpenrose kurz vor dem Verblühen entsprach,
hat es aber nie realisiert. Ich ließ diesen Duft herstellen.
Zwei Generationen später wollte ich diese Sehnsucht
stillen – nur um festzustellen, ihr keinen Schritt
näher gekommen zu sein. Eine zufällige Situation in
der Pariser Metro lieferte mir ein präzises Bild für die
Umsetzung: Zwei Sechzehnjährige saßen da, einer
der beiden rollte mit der Fußspitze eine halbleere
transparente Plastikflasche hin und her. Die Flasche
war mit pinkfarbener Limonade gefüllt, genau der
Farbe des Parfüms. Die Beiläufigkeit und Uneindeutigkeit
der Situation gefielen mir. Gehörte die Flasche
den Jungen, war sie bloß ein zufälliger Spielball? Die
beiden sind bald aufgestanden und gegangen, die
Flasche kullerte weiter herum und ist irgendwann
liegen geblieben. Und tatsächlich spielte der Fußkontakt
mit der Flasche in der späteren Ausstellung
eine große Rolle. |
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The Invisible Line |
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The Big Perch |
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Tie or Untie |
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Green Gel |
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Shrinking Bottles / Melting Bottles |
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Jelly Soap |
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Handmates |
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The Tea Set |
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Fridgerose |
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Clips of Slips |
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NOFF #1 |
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NOFF #2 |
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NOFF #3 |
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NOFF #4 |
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Siamese Shadow |
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Concoctions |
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Die beschriebene Situation erinnert an deine
Enactments. Wie sah denn die Installation
in Nizza aus? |
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Liquid Dispenser |
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Das war ein mit festem weißem Styropor ausgelegter
Raum. Wenn man ihn betrat, mußte man ihn also beschmutzen.
Außerdem versinkt man in Styropor ja
auch ein bißchen. Das gefiel mir für diese Situation:
Verpackungsmaterial, weich, aber laut, wie Styropor
eben klingt. Ein Material, das schnell kaputtgeht und
sich dann in kleine weiße Kugeln auflöst. Was in eine
weitere obsessive Situation hineinführt. Das war vom
obsessiven Potential her eine sehr präzise Entscheidung.
Und darin geht es auch wieder auf andere
Beobachtungen und Zeichnungen zurück, auf Enactments und Loosing Control. Da gibt es etwa
dieses Mädchen im Bus – das ein Stück Styropor in der Hand hielt, an dem sie so herumknisperte. (Fortsetzung nächste Seite) |
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AutorInnen: |
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Jens Asthoff |
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Martin Walde |
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