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    Der Duft der verblühenden Alpenrose ... | Annelie Pohlen  
     
  Fortsetzung von Seite 7  
     
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(...) die überzeichnet und begleitet von Texten über Dia- und Videoprojektoren durch den Raum kreisen, sich in unterschiedlichen Bewegungsmustern überlagern, verstreuen, kollidieren und konzentrieren. Es ist ein wenig so wie in chemischen Prozessen und den dort gebräuchlichen „Ritualen" der Mixtur inkohärenter Substanzen, wenn sich die in Clips of Slips (2000) gemixten Ereignisse im Wahrnehmungslaboratorium der Betrachter als experimentelles Gebräu zur Erzeugung eigenständiger Wirklichkeiten einnisten, wieder verschwinden und schließlich mit anderen Begebenheiten in der zwischen Erinnerung und Sehnsucht oszillierenden Vorstellung amalgamieren. Von Menschen für den alltäglichen Konsum gezüchtet verliert der Der Duft der Alpenrose seinen halluzigenen Reiz. Im Alltag
mutiert der Frosch, den die Königstochter an die Wand schleuderte, um ihn zu töten, nicht zum Königssohn, sondern bleibt das hässliche glitschige Tier, das in der frühen Installation von Martin Walde platt auf dem Boden ruht und sich in der wabernden Masse von Green Gel in seinen unzähligen Verwandlungen widerspiegelt. In der banalen Wirklichkeit mutieren Sehnsuchtsbilder zu giftigen Prozessen, die sich in menschenfeindlichen und selbst zerstörerischen Handlungen zu entladen drohen. Es ist die unendliche Geschichte von Befreiungsobsessionen und Zerstörungen, von der Flucht aus der Ohnmacht der Gegebenheiten, vom Sturz von der Brücke und von den unzähligen
Verstrickungen von tauglichen Erfindungen und untauglichen Gegebenheiten, wovon schließlich auch der LKW-Schlauchreifen ein sich in verschiedenen Welten konstant ent- und verwickelndes Zeugnis abzulegen vermag. In Zeichnungen, Collagen, Texten, Fotos etc. verschränken sich die Geschichten von Bombern, die sich nicht fassen lassen, von großen Erfindern, die zu Mördern werden, und solchen, die sich aus ihrer Ohnmacht in abenteuerlichen Konstruktionen von Schlauchbooten befreien im unendlichen Strom des Wassers, in dem die einen untergehen, über das die anderen zurückgeschickt werden,
um es wieder zu versuchen. In Cahors (13) beschließt man, die Schlauchreifen den Fluss hinunter treiben zu lassen. (Siehe Rolling Worm, Anm.) In Innsbruck ruht der Reifen. Dafür treibt das Wasser in unzähligen Schleifen und Windungen durch den Ausstellungsraum, stockt, zischt und strömt weiter durch die fragile Konstruktion der über Angelruten geführten Stoffhahnen als Videoprojektion, deren unperfektes Bild samt Ton der vollkommenen Imagination von den großen Visionen nicht gewachsen ist. An diesem Punkt macht die Linie Halt und beginnt von neuem in Enactments, die die „Schutzhülle unseres alltäglichen Normalitätsempfindens durchbrechen." (14)

 
  Der Duft der verblühenden Alpenrose  
   
  Enactments  
  Worm Complex  
  The Invisible Line  
  Tie or Untie  
  NOFF #1  
  NOFF #2  
  NOFF #3  
  NOFF #4  
  Can you give me something?  
  The Thin Red Line  
  Hallucigenia  
  Green Gel  
  Handmates  
  Woobies  
  The Tea-Set  
  Loosing Control  
  Melting Compactor  
  Clips of Slips  
  Rolling Worm  

 

(13)follow me to the rightPrintemps de Cahors, Cahors 2000.

(14)follow me to the rightMartin Walde, Nordhorn, ebd. S. 48.

  Der Regen hat eine angenehme Temperatur  
   
   
   
   
   
  AutorInnen:  
  Annelie Pohlen  
   
  Weitere AutorInnen:  
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